Die AeroSHARK „Haifischhaut“ kommt auf den Airbus: Ein A330 von Discover Airlines wird als erstes Airbus-Flugzeug weltweit mit der innovativen Technologie ausgestattet.
Zunächst zur Flugerprobung – Lufthansa Technik hat Ende August die finale Phase für die ergänzende Musterzulassung ihres widerstandsreduzierenden Oberflächenfilms für den Airbus A330-200 und -300 gestartet. Vor und nach der Modifikation bei den Elbe Flugzeugwerken am Standort Dresden absolviert der Langstreckenjet von Discover Airlines über mehrere Wochen Testflüge.
AeroSHARK wird in der aktuellen Projektphase von Mastercard unterstützt. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft zwischen Mastercard und der Lufthansa Group treiben beide Unternehmen gemeinsam Innovationen voran, die zu einer effizienteren und nachhaltigeren Luftfahrt beitragen sollen.
AeroSHARK für den Airbus A330-300 von Discover (Foto: LH Technik)
Gemeinsam für mehr Effizienz im Langstreckenverkehr
Grazia Vittadini, Chief Technology Officer der Lufthansa Group, sagt: „AeroSHARK ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Innovationen aus der Lufthansa Group konkrete Beiträge zu mehr Effizienz und weniger Emissionen leisten können. Mit der geplanten Zulassung für den Airbus A330ceo erschließen wir das Potenzial eines weiteren bedeutenden Teils der weltweiten Langstreckenflotten. Die Innovationsallianz zwischen Lufthansa Technik, Discover Airlines und Mastercard zeigt einmal mehr, wie starke Partner gemeinsam den Fortschritt vorantreiben.“
AeroSHARK für den Airbus A330-300 von Discover (Foto: LH Technik)
Die von Lufthansa Technik und Surventis (ehemals BASF Coatings) entwickelte AeroSHARK-Technologie basiert auf der Struktur der Haifischhaut. Die spezielle Oberflächenfolie nach dem Vorbild der Natur reduziert den Luftwiderstand während des Flugs und senkt dadurch den Treibstoffverbrauch sowie die CO₂-Emissionen. AeroSHARK ist die einzige für die kommerzielle Luftfahrt zugelassene sogenannte Riblet-Technologie auf dem Markt – aktuell zertifiziert für die Boeing 777F, die B777-300ER und die B777-200ER. Mit dem Airbus A330 steht nach der bereits zertifizierten Anwendung auf der Boeing 777 das weltweit am zweithäufigsten ausgelieferte Flugzeugmuster für Langstrecken, das die Bestandsflotten noch viele Jahre prägen wird, im Fokus des Zertifizierungsprozesses.
AeroSHARK für den Airbus A330-300 von Discover (Foto: LH Technik)
Ausweitung auf weitere Flugzeugmuster und zusätzliche Flugzeugflächen geplant
Jede Modifikation an einem Flugzeug muss höchste Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit erfüllen. Entsprechend anspruchsvoll ist der Weg zur Zulassung: Er erfordert technisches Know-how, operative Ressourcen und eine belastbare Finanzierung. Für die ergänzende Musterzulassung (Supplemental Type Certificate, kurz: STC) von AeroSHARK auf dem A330-300 und -200 durchläuft Lufthansa Technik das entsprechende Verfahren der European Union Aviation Safety Agency. Dazu gehören umfangreiche technische Nachweise, Tests am Boden und in der Luft sowie finale Praxisnachweise im Flugbetrieb.
Entwicklung von AeroSHARK (Foto: LH Technik)
Neben der aktuell angestrebten Zulassung für den A330ceo arbeiten Lufthansa Technik und Surventis derzeit auch daran, AeroSHARK in der nächsten Materialgeneration auf zusätzliche Flugzeugflächen wie Tragflächen und Leitwerke auszuweiten. Dadurch könnte sich das Einsparpotenzial verdoppeln.